Wie Vogelgezwitscher die Geheimnisse der Gesundheit von Feuchtgebieten enthüllt

Wenn die meisten Menschen noch im Bett liegen, erklingt in den Feuchtgebieten bereits Musik. Kurz vor Sonnenaufgang erfüllt die Luft eine Symphonie aus Vogelgezwitscher, ein natürliches Orchester, das mehr Bedeutung hat, als die meisten glauben. Für Toka Mosikidi, einen Doktoranden in der Abteilung für Zoologie und Entomologie auf dem UFS-Qwaqwa-Campus, verwandelt dieser morgendliche Auftritt schönen Klang in wertvolle wissenschaftliche Daten.

Er untersucht den sogenannten Morgenchor, wenn der Vogelgesang bei Sonnenaufgang am aktivsten ist. „Für Menschen mag es wie eine Art Kakophonie klingen“, sagt er, „aber für das ‚echte‘ Publikum (Weibchen dieser Art) ist es äußerst attraktiv und es ist wichtig, unter all diesen Gentleman-Sängern immer noch den richtigen Partner zu finden.“ Auf der Südhalbkugel sind diese frühmorgendlichen Ständchen zwischen September und Februar am intensivsten und sind Teil der Bemühungen der Vögel, Reviere zu errichten und Partner anzulocken.

Er programmierte seine Geräte oft so, dass sie bereits vor Sonnenaufgang mit der Aufzeichnung begannen und die ersten Anrufe aufzeichneten, als sie die Stille des frühen Morgens durchbrachen. Aus seinen Aufnahmen wurde deutlich, dass verschiedene Arten zu bestimmten Zeitpunkten zusammenkommen; fast so, als würde jeder seinem eigenen Stichwort in der frühmorgendlichen Aufführung folgen.

Durch die Analyse stundenlanger Aufnahmen entdeckten Mosikidi und sein Team, wie Umweltfaktoren beeinflussen, wann und wie oft Vögel im Morgengrauen zu singen beginnen. Die Temperatur hatte den beständigsten Effekt, wobei alle drei Arten – der Afrikanische Gelbrohrsänger, der Kleine Sumpfrohrsänger und der Kleine Binsenrohrsänger – an wärmeren Morgen früher und an kälteren Morgen später begannen. Luftfeuchtigkeit, Wind und Niederschlag führten zu artspezifischen Reaktionen: Höhere Luftfeuchtigkeit beschleunigte den Gesang beim Gelben Rohrsänger, verzögerte ihn jedoch beim Sumpfrohrsänger; Der Wind regte frühere Lieder für die Sumpf- und Binsenrohrsänger an; und Regenfälle verzögerten die Entwicklung des Gelb- und Binsenrohrsängers, beschleunigten jedoch das Auftreten des Sumpfrohrsängers.

Auch die Mondhelligkeit spielte eine Rolle, da die Sumpf- und Binsenrohrsänger erst später nach Vollmondnächten zu singen begannen, während die Gelbrohrsänger davon unberührt blieben. „Bei allen Arten erfolgte der Gesang zum ersten Mal in der Mitte der Brutzeit und spätestens gegen Ende der Brutzeit“, sagt er. Diese Muster zeigen, wie Vögel ihr Verhalten sorgfältig an Umwelt- und Jahreszeitenreize anpassen und bieten wertvolle Erkenntnisse darüber, wie Klima- und Lebensraumbedingungen tägliche Muster und die Gesundheit von Feuchtgebietsökosystemen beeinflussen.

Seine Forschung ist Teil einer umfassenderen Arbeit in der Abteilung für Zoologie und Entomologie unter der Leitung von Prof. Aliza le Roux. Diese breitere Perspektive öffnete die Tür zu einer größeren Frage: Was können uns die Lieder der Vögel über die Feuchtgebiete sagen, in denen sie leben? Da Vögel empfindlich auf ihre Umgebung reagieren, können Veränderungen in ihrem Gesang auf Probleme in Feuchtgebietsökosystemen hinweisen, bevor sie sichtbar werden. „Vogelgesang kann als Indikator für die Gesundheit von Feuchtgebieten dienen“, erklärt er. „Wenn ihre Rufe weniger abwechslungsreich oder intensiv sind, könnte das bedeuten, dass die Umwelt durch Verschmutzung, Wasserveränderungen oder Lebensraumzerstörung belastet ist.“

Für Mosikidi war die Feldarbeit gleichermaßen herausfordernd und unvergesslich. Die Arbeit in abgelegenen Feuchtgebieten bedeutete lange Spaziergänge, das Waten durch Wasser, um die Aufnahmeorte zu erreichen, und sogar den Verlust von Ausrüstung durch ein Feuer, das einen Teil des Gebiets erfasste. Doch diese Erfahrungen stärkten seine Liebe zur Wissenschaft. „Wir gehörten zu den wenigen, die in einer solchen Umgebung eine solche akustische Überwachung nutzten“, sagt er. „Es war nicht einfach, aber es war unglaublich lohnend.“

Seine Arbeit trägt dazu bei, eine neue Art zu entwickeln, der Natur zuzuhören. Eines, das als Leitfaden für die Überwachung und den Schutz der verschwindenden Feuchtgebiete Südafrikas dienen könnte.

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