The Crown Estate hat Pläne für eine neue Leasingrunde für Offshore-Windenergie im Jahr 2027 vorgelegt, doch die Ankündigung hat bei Naturschützern bereits Besorgnis über mögliche Auswirkungen auf einige der wichtigsten Seevogelpopulationen Großbritanniens geweckt.
Während der Ausbau der Offshore-Windenergie weithin als wesentlich für die Bekämpfung des Klimawandels anerkannt wird, richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Frage, wo neue Entwicklungen stattfinden könnten und was dies für die Meeresökosysteme bedeutet.
Seevögel in Gefahr
Die Gewässer vor Ostengland beherbergen international bedeutende Seevogelkolonien, darunter die bei Bempton Cliffs und rund um Flamborough Head. Diese Standorte beherbergen Hunderttausende Brutvögel und werden durch nahegelegene Futterplätze im Meer unterstützt.
Naturschutzgruppen warnen davor, dass ungünstig gelegene Offshore-Windenergieanlagen diese Nahrungsgebiete stören könnten, was möglicherweise Folgen für den Bruterfolg und die langfristige Stabilität der Populationen hätte. Arten wie Dreizehenmöwen, Basstölpel und Papageientaucher sind auf einen vorhersehbaren Zugang zu Beutetieren angewiesen, und Änderungen der Meeresbedingungen oder Störungen können erhebliche ökologische Auswirkungen haben.
Katie-jo Luxton, Naturschutzdirektorin des RSPB, sagte:
„Der rasche Ausbau erneuerbarer Energien, einschließlich Offshore-Windenergie, ist für die Bewältigung der Natur- und Klimakrise von entscheidender Bedeutung. Wo neue Entwicklungen stattfinden, wird dies enorme und dauerhafte Auswirkungen haben. Daher ist es wichtig, dass wir dies richtig machen, nicht nur zum Wohle des Planeten und unserer zukünftigen Energiesicherheit, sondern auch für die beliebten Seevögel und die Meeresumwelt.“
„Wir sind sehr besorgt darüber, dass die heutige Ankündigung bedeutet, dass Standorte vor der Küste von Flamborough und Filey in Yorkshire weiterhin eine Option für zukünftige Entwicklungen sind. Die Auswirkungen, die dies auf die größte Seevogelkolonie auf dem britischen Festland in Bempton Cliffs und die Hunderttausenden Seevögel haben könnte, die von diesem Küstenabschnitt abhängig sind, sind unvorstellbar.“
„Die nächsten Schritte im Prozess sind von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass künftige Pachtgebiete die wichtigsten Orte für Seevögel meiden. Die Standorte, die der Küste von Flamborough und Filey am nächsten liegen, müssen zurückgezogen werden. Das RSPB arbeitet mit The Crown Estate, Defra, Natural England und dem Joint Nature Conservation Committee zusammen, um besser zu verstehen, welche Gebiete auf See für Vögel am wichtigsten sind, insbesondere Nahrungsgründe, die Brutkolonien auf Klippen nisten. Die Verwendung dieser Beweise ist der Schlüssel zur Sicherung des besten Ergebnisses für Seevögel und eines schnelleren Zustimmungsprozesses für die Industrie.“
Beweislücken und Standortauswahl
Zum jetzigen Zeitpunkt wurden noch keine endgültigen Standorte für die Leasingrunde 2027 bestätigt. Allerdings hat die Einbeziehung von Gebieten vor der Küste von Yorkshire in die ersten Überlegungen den Fokus auf die Art und Weise geschärft, wie ökologische Beweise genutzt werden.
Es ist von entscheidender Bedeutung, die Nahrungsgebiete, Migrationsrouten und saisonalen Belastungen der Seevögel zu verstehen. Die Offshore-Windinfrastruktur kann Risiken mit sich bringen, darunter Vertreibung aus Nahrungsgebieten, Kollision mit Turbinen und indirekte Auswirkungen durch Änderungen der Beuteverfügbarkeit.
Organisationen wie Natural England und Joint Nature Conservation Committee sind an der Entwicklung der Faktenbasis beteiligt, die als Grundlage für Entscheidungen dient. Die Qualität und Anwendung dieser Daten wird entscheidend dafür sein, ob sensible Bereiche gemieden werden.
Ein Test für die Meeresplanung
Es wird erwartet, dass die geplante Leasingrunde weitere Offshore-Windkapazitäten unterstützen und so zu Klimazielen und Energiesicherheit beitragen wird. Für Ökologen und Naturschützer ist die entscheidende Frage jedoch nicht, ob sich die Offshore-Windkraft ausweitet, sondern wie und wo.
Die Meeresraumplanung steht zunehmend unter Druck, da konkurrierende Anforderungen an den Meeresboden wachsen. Die Herausforderung besteht darin, sicherzustellen, dass Klimalösungen nicht auf Kosten bereits gefährdeter Arten und Lebensräume gehen.
Was als nächstes kommt
Das Crown Estate hat angegeben, dass vor Beginn der Vermietung weitere Gespräche und Analysen stattfinden werden. Für Naturschutzgruppen ist dieser Zeitraum entscheidend für die Entscheidung, ob Hochrisikogebiete für Seevögel ausgeschlossen werden.
Das Ergebnis wird dazu beitragen, zu bestimmen, wie effektiv das Vereinigte Königreich den Ausbau erneuerbarer Energien mit dem Schutz seiner wichtigsten Meerestiere in Einklang bringen kann.
Pressemitteilung des Crown Estate
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