Bauern in einem Nationalpark schalten nachts das Licht aus, um…

Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass übermäßige Außenbeleuchtung in der Nacht der Tierwelt schaden kann.

Seit Generationen arbeiten ländliche Gemeinden im Rhythmus von Tageslicht und Dunkelheit. Heutzutage hat die Menge an grellem Licht, das nachts eingeschaltet wird, schwerwiegende Folgen für viele Lebewesen.

Landwirtschaftliche Grundstücke liegen oft abgelegen und sind anfällig für Geräte- oder Viehdiebstahl. Als Reaktion darauf haben viele Grundbesitzer mittlerweile Sicherheitsscheinwerfer, leistungsstarke Halogenstrahler und nicht abgeschirmte externe LEDs installiert, um ihre Gärten über Nacht zu beleuchten.

Der North York Moors National Park, ein internationales Naturschutzgebiet im Norden Englands, arbeitet mit Landwirten zusammen, um die Auswirkungen künstlichen Lichts auf die natürliche Umwelt zu verringern.

Bei der Initiative geht es darum sicherzustellen, dass die Beleuchtung am richtigen Ort, zur richtigen Zeit und in der richtigen Intensität eingesetzt wird. Dies kann die Installation nach unten gerichteter Leuchten, die Reduzierung der Blendung durch Abschirmung oder die Umstellung auf eine Beleuchtung in wärmeren Farben umfassen, die die Tierwelt weniger stört.

Die besten Orte, an denen man mit der Reduzierung der grellen Nachtbeleuchtung beginnen kann, sind Orte mit vielen Wildtieren, und Bauernhöfe im Park liegen oft in den dunkelsten Gegenden.

Seit 2021 hat der Nationalpark mit mehr als zwanzig Farmen an wichtigen Dark-Sky-Standorten zusammengearbeitet und viele weitere Projekte sind in der Entwicklung.

Sorgfältig konzipierte Beleuchtungssysteme können abgeschirmte oder bewegungsaktivierte Beleuchtung verwenden, wodurch die Auswirkungen auf die Tierwelt verringert werden.

Wie wirkt es sich auf die Umwelt aus?

Übermäßige Beleuchtung stört komplexe regionale Ökosysteme, verlängert das Tageslicht künstlich und verändert das Verhalten von Tieren, die auf natürliche Dunkelheit angewiesen sind. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die vom Menschen verursachte Lichtverschmutzung Ökosysteme schädigt, da Licht eine entscheidende Rolle für die Zeitsteuerung biologischer Systeme spielt, die durch künstliches Licht gestört werden.

Der Schaden erstreckt sich vom Boden nach oben. Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Druck auf Ökosysteme aufgrund von Lebensraumverlust, Pestiziden, invasiven Arten und Lichtverschmutzung zu einem verheerenden Rückgang der Insektenpopulation führen könnte, was sich negativ auf die Nahrungskette auswirken könnte.

Vorteile für landwirtschaftliche Betriebe?

Es gibt auch Hinweise darauf, dass eine veränderte Beleuchtung landwirtschaftlichen Betrieben helfen könnte. Diese leichte Störung betrifft wichtige landwirtschaftliche Verbündete. Besonders stark betroffen sind Motten, die als lebenswichtige nächtliche Bestäuber dienen, ebenso wie Fledermäuse, die mit schrumpfenden Nahrungsgründen konfrontiert sind. Fledermäuse können Landwirten bei der Bekämpfung von Insektenschädlingen helfen.

Künstliches Licht verändert beispielsweise auch die lebenswichtigen Pflanzenzyklen, und nächtliches Licht kann das Pflanzenwachstum beeinträchtigen.

Kleine Änderungen, wie die Umstellung auf nach unten gerichtete Lichter, können zu erheblichen Umweltverbesserungen führen. https://www.google.com/maps/d/embed?mid=1W1SAuL4cntFev-w06zsOdvaQie-HK7M&ehbc=2E312F

Eine veränderte Beleuchtung rund um Bauernhöfe könnte auch neue touristische Möglichkeiten eröffnen. Bauernhöfe, die beispielsweise auch als B&Bs fungieren, können Touristen darauf hinweisen, dass sie Teil eines Dark-Skies-freundlichen Gemeinschaftsprogramms sind. Hierbei handelt es sich um ein Akkreditierungssystem für Unternehmen, die ihre Beleuchtungssysteme gemäß internationalen Dark-Sky-Standards verbessern.

Während die britischen Nationalparkbehörden befugt sind, Planungsbeschränkungen für die Beleuchtung an Orten außerhalb von Nationalparks durchzusetzen, fehlt im Vereinigten Königreich ein umfassender nationaler Regulierungsrahmen zur Regelung ländlicher Himmelslandschaften.

Die Lektion in North Yorkshire und darüber hinaus ist nicht, dass Bauernhöfe ihr Licht ausschalten sollten. Es bedeutet, dass die Beleuchtung verantwortungsvoll eingesetzt werden kann, um zum Schutz einer der wertvollsten Ressourcen des ländlichen Raums beizutragen: des natürlichen Nachthimmels.

Jenny Hall, außerordentliche Professorin für Tourismus und Veranstaltungen, York St. John University und Brendan Paddison, Professor für Tourismusgeographie, York St. John University

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