Altes und Neues mischen: Die Geheimnisse zur Schaffung eines Zuhauses, das sich kuratiert, ausgewogen und mühelos bewohnbar anfühlt

Das Einbeziehen von Vintage- und Antiquitätenstücken in meine Projekte ist nicht nur eine stilistische Vorliebe – es ist ein nicht verhandelbarer Teil meiner Designphilosophie. Ich kann mir einen Raum ohne sie einfach nicht vorstellen. Warum? Denn bei wirklich durchdachtem Innendesign geht es nicht darum, sich an einen einzigen Innendesign-Trend, eine einzelne Idee oder eine einzelne Ära zu halten; es geht um die Kunst des Schichtens. Ein Raum, der ausschließlich aus einer einzigen Ästhetik besteht – ob hochmodern, aus der Mitte des Jahrhunderts oder zeitspezifisch –, läuft Gefahr, flach, vorhersehbar und übermäßig thematisch zu wirken.

Ein paar Leitprinzipien prägen die Art und Weise, wie ich Epochen verschmelze. Verstehen Sie mich nicht falsch – ich liebe ein schönes Objekt genauso sehr wie jeder andere. Viele Stücke in unseren Projekten erfüllen kaum einen funktionalen Zweck und dienen lediglich der Freude des Auges. Aber Schönheit allein reicht nicht aus; Die Absicht ist genauso wichtig. Wenn in einem Raum einfach alles „schön“ ist, fällt nichts auf. Die Freude an der Mischung von Altem und Neuem liegt darin, dass jedes Element seine Rolle spielen kann – manchmal als Anker, manchmal als Erhöhung und manchmal als wunderbare Überraschung.

Nehmen Sie etwas so Einfaches wie eine verputzte Wand und einen Holzboden. Für sich genommen sind sie schlicht, zurückhaltend und absolut angenehm – aber sie erzählen keine Geschichte. Wenn Sie eine Konsole aus wiedergewonnenem Holz einführen, die in jeder Maserung charakterstark ist, verwandelt sich der Raum im Handumdrehen. Persönlichkeit entsteht. Ihr Blick wird von Textur, Maßstab und Handwerkskunst angezogen. Das Alte gibt dem Neuen einen Kontext und das Neue lässt das Alte erstrahlen. Es ist ein ruhiger Dialog zwischen den Epochen, der dem Raum ein bewusstes, lebendiges und unendlich fesselnderes Gefühl verleiht.

Bei der Innenarchitektur kommt es jedoch auf Ausgewogenheit an, insbesondere bei der Mischung von Alt und Neu. Ein Raum kann nur eine begrenzte Anzahl kühner Momente aushalten, bevor er im Chaos versinkt. Zu viele Antiquitäten, und es besteht die Gefahr, dass Sie sich wie im Wohnzimmer Ihrer Großmutter fühlen (nicht auf die kuratierte, charmante Art und Weise, die Sie sich erhoffen). Ein Raum, der vollständig aus zeitgenössischen Möbeln besteht, kann steril wirken, genauso wie ein mit Vintage-Stücken überladener Raum theatralisch wirken kann. Nachdenkliche Zurückhaltung ist der Schlüssel. Der Trick liegt darin, die Stücke gezielt auszuwählen, ihnen Raum zum Atmen zu geben und die Kontraste für Harmonie und nicht für Unordnung zu sorgen.

Einer meiner Lieblingsteile an jedem Projekt ist es, mich von den Zeichnungen zu lösen und die Stücke zu beschaffen, die ich gerne die „Schätze“ nenne. Ich wünschte, ich könnte sagen, dass es immer glamourös ist, aber häufiger bedeutet es frühe Morgenstunden, staubige Lagerhallen, endlose Marktstände und viel Stöbern. Und doch gibt es nichts Schöneres als den Nervenkitzel der Jagd – der Moment, in dem man in einem Meer vergessener Gegenstände etwas Außergewöhnliches entdeckt, ist pure Euphorie. Es macht süchtig, als würde man ein winziges Fragment der Geschichte entdecken, das auf das richtige Zuhause wartet.

Natürlich kann die schiere Menge an Objekten da draußen überwältigend wirken. Auf Antiquitätenmärkten und Schrottplätzen wimmelt es nur so von Gegenständen jeden Alters, jeder Patina und jedes Charmes.

Der Schlüssel liegt darin, Qualität und Handwerkskunst über alles andere zu stellen. Das Alter allein verleiht keinen Wert – Integrität schon. Bei der Vintage-Beschaffung gehe ich mit der gleichen Sorgfalt vor, die ich bei zeitgenössischen oder maßgeschneiderten Stücken anwende: Qualität signalisiert Absicht. Ein gut gemachter Gegenstand, sei es ein jahrhundertealter Stuhl oder eine neu in Auftrag gegebene Konsole, strahlt eine Präsenz aus, die einen Raum aufwertet.

Beim Mischen von Alt und Neu geht es nicht darum, Epochen gegeneinander auszuspielen; Es geht darum, das Beste aus beiden Welten zu kuratieren. Gutes Design steht für sich allein, unabhängig davon, wann es geschaffen wurde.

Letztlich geht es bei der Verbindung von Alt und Neu nicht um Regeln, sondern um Intuition. Man vertraut seinem Auge genug, um Stücke aus verschiedenen Zeiten miteinander kommunizieren zu lassen. Wenn es mit Bedacht gemacht wird, wirkt das Ergebnis nie thematisch oder erzwungen. Es fühlt sich vielschichtig, belebt und voller Geschichten an – ein Zuhause, das nicht über Nacht entstanden ist, sondern sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat, genau wie es die allerbesten Innenräume tun.